Werkzeug-Identifikationssystem BIS-C erschließt bei Kennametal enorme Einsparpotentiale

Werkzeug-Identifikationssystem BIS-C

Kleine Chips mit großer Wirkung

Kennametal gehört zu den Global Playern der Werkzeugbranche. Wohl wissend um die Vorteile, wird in der eigenen Fertigung im Werk Nabburg das BALLUFF LF-Identifikationssystem BIS-C zur Werkzeugidentifikation eingesetzt. Die vielschichtigen Vorteile lassen sich monetär nicht in vollem Umfang beziffern. Man berichtet allerdings über Kosteneinsparungen im vier- bis fünfstelligen Euro-Bereich pro Jahr und Maschine. Bei über 60 Bearbeitungszentren lässt sich die große Wirkung der kleinen Chips einschätzen.

Fest am Werkzeughalter angebrachte RFID-Datenträger gewährleisten die direkte, unverlierbare und unverwechselbare Zuordnung von Werkzeug- und Prozessdaten. Es ist lediglich eine Frage der Auslegung hinsichtlich Schreib- und Lesbarkeit sowie der Speichergrößen der Chips, die sich bei der Auswahl des passenden Werkzeugidentifikationssystems stellt. BALLUFF bietet mit unterschiedlichen Varianten der BALLUFF Identifikationssysteme BIS die jeweils geeignete Lösung im LF-, HF- oder UHF-Bereich. Die eindeutige Zuordnung der Daten ist in jedem Fall gewährleistet, weil sich alle Geometrie- und Prozessdaten immer am oder in direktem Bezug zum Werkzeug befinden.

Seit über 20 Jahren im Einsatz

Im Werk Nabburg des Werkzeugherstellers Kennametal hat man schon vor über 20 Jahren damit begonnen, die in der eigenen sehr umfangreichen Fertigung eingesetzten Werkzeuge zu kennzeichnen. Mit weltweit 11.000 Mitarbeitern in über 60 Ländern und einem weit verzweigten Netz an Fertigungsstätten, ist das Unternehmen ein führender Global Player in der Werkzeugbranche. Im oberpfälzischen Werk Nabburg werden unter anderem hochwertige Trägerwerkzeuge für industrielle Zerspanungswerkzeuge, vom vielfach bekannten Drehhalter bis zum komplizierten Sondersystemwerkzeug, hergestellt. „Wir nutzen schon seit BALLUFF das BIS-C entwickelt hat, die mehrfach beschreibbaren Datenträger zur Datenhaltung direkt am Werkzeug“, erzählt Ludwig Wittmann, der zuständige Manager für Quicktool und Stechwerkzeuge.

Standzeitmaximierung

Balluff-BIS_C-1+2

Die Kennzeichnung der Werkzeuge beginnt in den Voreinstellgeräten mit einer Identifikationsnummer und den jeweiligen Vor-Einstelldaten. Darüber hinaus erlauben die Speicherkapazitäten der Datenträger auch das Ablegen von weiterreichenden Informationen wie Gewichte, Drehzahlen, Kühlmengen, Standzeiten oder Korrekturdaten. Im Mittelpunkt der Interessen bei Kennametal stehen vor allem die Standzeiten, die in der jeweiligen Maschine, in der ein Werkzeug eingesetzt wird erfasst und immer bei Entnahme des Werkzeugs auf dessen Datenträger abgespeichert werden. Dank der fest mit dem Werkzeug verbundenen und bis zum endgültigen Verschleiß mitgeführten Daten, ist eine optimierte Standzeitausnutzung der wechselweise in unterschiedlichen Maschinen eingesetzten Werkzeuge möglich. Bei weit über 10.000 verschiedenen Werkzeugen, die im Werkzeugkreislauf zu verwalten sind, beziffert man bei Kennametal das Einsparpotential auf vier- bis fünfstellige Eurobeträge pro Bearbeitungszentrum und Jahr. Mit über 60 solcher Maschinen ergibt sich ein beträchtlicher Betrag eingesparter Werkzeugkosten.

Prozesssicherheit

Einen weiteren Hauptnutzen der Werkzeugidentifikation sieht man in der Erfassung und Mitführung von Korrekturwerten. D. h., Maßkorrekturen, die während den Bearbeitungen auf Grund von Werkzeugverschleiß erfolgen, finden bei wiederholtem Einsatz des jeweiligen Werkzeugs automatisch Berücksichtigung. Dies gewährleistet eine hohe Prozesssicherheit, weil letztendlich die Ist-Geometrien eines Werkzeugs automatisch erkannt werden. Fehler bei manueller Eingabe sind somit ausgeschlossen.

Insgesamt entsteht die große Wirkung der kleinen Chips in den Werkzeugaufnahmen, im Zusammenspiel durch effizientere Logistik und reduzierte Rüst- bzw. Programmierzeiten, womit sich auch die Maschinennutzung erhöht. Gleichzeitig sinken die Werkzeugkosten durch optimierten Bestand bei maximierter Nutzung und letztlich steigt die Fertigungsqualität. So summieren sich die monetären Vorteile durch das BALLUFF Werkzeug-Identifikationssystem BIS-C täglich durch effizientere Abläufe.

John Großpietsch

Autor: John Großpietsch

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