TOOLING DAYS in der Industriemetropole Kapfenberg: Schauplatz innovativer Zerspanungstechnologie

Über 100 internationale Teilnehmer trafen sich in Kapfenberg zu den ersten TOOLING DAYS

Über einhundert internationale Gäste haben sich vom 13. bis 14. Juni 2012 zu den ersten TOOLING DAYS in Kapfenberg (Österreich) getroffen. Diskutiert wurden Perspektiven und Entwicklungen neuer Technologien auf dem Gebiet der Zerspanung. „Global Player“ aus den Bereichen Werkzeugstahl, Hartmetall, Beschichtungen und Werkzeugmanagement berichteten über Erfahrungen, Strategien und Anwendungsmöglichkeiten.

Organisiert wurde das Branchentreffen von AREA m styria mit Unterstützung durch Boehlerit, Böhler Edelstahl und oerlikon balzers. Veranstaltungsort war die Fachhochschule Joanneum in Kapfenberg. Im Mittelpunkt der TOOLING DAYS standen neue Technologien im Bereich Zerspanung sowie Herausforderungen an die Industrie aus globalen Veränderungen und Fortschritte in der Produktentwicklung, die ständige Verbesserungen an die zur Verfügung stehenden Werkstoffe, Methoden und Prozesse fordern.

Jacek Kruszynski, Geschäftsführer von Boehlerit

Lothar Horn, Vorsitzender VDMA und Geschäftsführer der Paul Horn GmbH


Exzellente Redner boten einen Mix aus wissenschaftlichen Vorträgen und aktuellen Erfahrungsberichten aus der Industrie. Vortragende wie Lothar Horn, Vorsitzender VDMA Präzisionswerkzeuge und Geschäftsführer der Paul Horn GmbH sowie Jacek Kruszynski, Geschäftsführer von Boehlerit, Dr. Markus Tomaschitz, Vorstand für Forschung und Bildung bei der Magna International Europe AG, Manfred Kainz von der TCM International Tool Consulting & Management GmbH und Dr. Burghard Zeiler, Generalsekretär der internationalen Wolframindustrievereinigung, machten die Veranstaltung zu einem hochkarätigen Event.

Als Fazit wurde deutlich, wie entscheidend sich der rationelle Einsatz von perfekt arbeitenden Zerspanungswerkzeugen auf den Unternehmenserfolg auswirkt. Spannend waren auch die wissenschaftlichen Ausführungen aus der Werkstoff- und Werkzeugbranche. Im Mittelpunkt standen die Technologien im Nanobereich und die rasanten Entwicklungen neuer Materialien.

Neue Beschichtungen für fortschrittliche Werkstoffe

Nach Ansicht von Jacek Kruszynski, Geschäftsführer von Boehlerit, sind künftig hochfester Stahl, Aluminium, Magnesium und kohlenstofffaserverstärkter Kunststoff, CFK die wichtigsten Werkstoffe. „Sie stellen uns in der Zerspanung aber vor große Herausforderungen“, so Kruszynski. Gute Erfolge erzielte Boehlerit in diesen Bereichen mit neuen PVD- und CVD-Beschichtungen. Als Beispiel nannte Kruszynski die mit Silizium angereicherten Aluminiumchromnitrit und Aluminiumtitannitrit-Beschichtungen. Mit ihrer beachtlichen Warmhärte sind sie vor allem für as Fräsen von Titanlegierungen geeignet. Auch eine neuartige CVD Titandiborid Beschichtung weist eine sehr gute Warmhärte auf. Sie eignet sich ausgezeichnet zum Fräsen von Titanlegierungen.

Wirtschaftsfaktor Werkzeug

Lothar Horn, VDMA Vorsitzender Präzisionswerkzeuge und Geschäftsführer der Hartmetall-Werkzeugfabrik Paul Horn GmbH in Baden-Württemberg betrachtete den ‚Wirtschaftsfaktor Werkzeug‘. Er sprach von mehr als zehn Milliarden Euro, die in Deutschland jährlich mit Präzisionswerkzeugen erwirtschaftet werden. An vorderster Stelle als Handelspartner mit dabei sei Österreich. „Dem generell steigenden Produktionsvolumen stehen jedoch enorme Preissprünge bei den Rohstoffkosten um das bis zu Fünffache gegenüber“, so Horn. In seinen Ausführungen sprach er auch den enormen Produktivitätsgewinn der vergangenen Jahrzehnte an. Dieser ist auf die immer höhere Maschinendynamik zurückzuführen. So stiegen etwa die Schnittwerte beim Drehen um bis zum Faktor 20 an. Gleichzeitig nahmen die Werkzeug-Wechselzeiten massiv ab.

Als Trends in der Bearbeitungs- und Zerspanungstechnik nannte Horn vor allem die mehrspindlige Bearbeitung, das High Speed Cutting HSC bzw. High Performance Cutting HPC sowie Zeitreduzierungen durch Kombiwerkzeuge. Auf dem Sektor der Maschinenkonzepte sieht er den Trend zur Anwendung mehrerer unabhängiger Arbeitsspindeln, zu modularem Aufbau sowie zur Rekonfigurierbarkeit der Anlagen wie auch zu deutlich höherer Energieeffizienz. „Darüber hinaus werden moderne Beschichtungstechnologien neue Tore in der Bearbeitung von innovativen Werkstoffen öffnen“, prognostiziert Horn.

Boehlerit-LogoFirmenprofil:

Boehlerit zählt zu den weltweit führenden Herstellern von Schneidstoffen aus Hartmetall für Werkzeuge zur Metall-, Holz- und Kunststoffbearbeitung und gilt als Entwicklungspionier seit 1932. Mit der Privatisierung im Jahr 1991 und der Einbindung in den Leitz-Firmenverband (weltweit 6300 Mitarbeiter, Umsatz 550 Mio EUR) wurde Boehlerit zum Schneidstoffzentrum der Gruppe und hat eine steile wirtschaftliche Entwicklung gemacht. Durch Investitionen von über 40 Mio EUR in den letzten 10 Jahren, einen F & E – Einsatz von ca. 5 % des Umsatzes und die optimale Nutzung von Synergien in der drittgrößten Werkzeuggruppe Europas, erzeugt Boehlerit mit modernsten Technologien hochqualitative innovative Produkte (darunter an führender Stelle Werkzeugsysteme für die Automotive Industrie und die Hüttentechnik) und erzielt damit weltweit mit ca. 750 Mitarbeitern (davon 500 am Standort Kapfenberg) einen Umsatz von ca. 100 Mio EUR.

Fortgesetzte Investitionen in Mitarbeiter, Technologien, Produktionskapazitäten und Märkte werden das Wachstum der Boehlerit Gruppe auch in Zukunft sichern.

Boehlerit steht als Hersteller von Schneidstoffen für die Metall-, Verbundwerkstoff-, Kunststoff- und Holzbearbeitung weltweit für höchste Fertigungsperfektion von Hartmetallen und Werkzeugen zum Drehen, Fräsen, Bohren, Stechen, Automotive Werkzeugtechnik für die Kurbelwellenbearbeitung sowie Hüttentechnik, und für den Bereich spanlose Formgebung und Verschleißschutz.


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Autor: Boehlerit

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