Makino verzeichnet beeindruckendes Wachstum

Dr. P. Anders Ingemarsson, President & CEO MAKINO Europe

Uwe Speetzen, Vice President MAKINO Europe

Mit einem auf 1,4 Milliarden US-Dollar (+ 26 %) angestiegenen Konzernumsatz verzeichnet der japanische Werkzeugmaschinenbauer Makino hohe Wachstumsraten – auch in Europa. Allein bei MAKINO Europe nahmen die Aufträge und Umsätze um mehr als 50 % zu. Zum Ende des Finanzjahres am 31. März 2012 lag das Betriebsergebnis bei 73 Millionen US-Dollar und damit 122 % über dem Vorjahr. Die Zahl der Mitarbeiter überschritt erstmals die 4.000er Marke. „Und das trotz des verheerenden Erdbebens in Japan und eines fallenden Yen-Euro-Wechselkurses“, wie Dr. P. Anders Ingemarsson, President & CEO MAKINO Europe anlässlich der Pressekonferenz am 3. Juli 2102 in Kirchheim unter Teck betont. Eine Reihe neuer Technologien, die nach dem Sommer auf den Markt kommen, versprechen äußerst positive Perspektiven.

Investitionen in personelle Ressourcen und Infrastruktur

„Der geschäftliche Aufschwung spiegelt sich auch in der Anzahl der Beschäftigten wider“, erklärt Dr. Ingemarsson: „Ende 2008 ging Makino mit 3.700 Mitarbeitern in die weltweite Rezession. Die Krise hindurch behielten wir bewusst diesen Personalstand bei. Mittlerweile sind wir sogar auf über 4.000 Mitarbeiter angestiegen. Ein Beispiel für die außergewöhnliche Beständigkeit unserer langfristigen Ausrichtung und Philosophie.“

Regionale Marktentwicklungen auf US-Dollar-Basis

In Asien erzielte Makino einen Anstieg des Auftragseingangs von 35 %. Ungeachtet der durch das Erdbeben in Japan verursachten Betriebsstörungen war der Zuwachs hier besonders stark. Den Hauptantrieb machten Teilefertiger der Automobil-, Konstruktions- und Maschinenbauindustrie sowie Werkzeug- und Formenbauer aus. Auf dem amerikanischen Kontinent stiegen die Aufträge im Vergleich zum Vorjahr um 28 % und stellen damit einen neuen Rekord dar. Hier wurde das Geschäft durch Aufträge aus der US-amerikanischen Automobil- und Luftfahrtindustrie angekurbelt, wobei Aluminium- und Titanbearbeitung im Vordergrund standen.
Bei MAKINO Europe stieg das Auftragsvolumen im Vergleich zum Vorjahr um 58 %. Das starke Wachstum in den Bereichen Automobil und Luftfahrt, vor allem in Italien, Schweden, Österreich und Polen ist hier verantwortlich. In Anbetracht der Entwicklung des Euros und der Schuldenkrise in Südeuropa zeigt sich Dr. Ingemarsson zufrieden über das Auftragsvolumen, welches erneut dem Stand von 2007/2008 entspricht.

Neue Technologien mit großem Potenzial

„In den kommenden Monaten bringt Makino eine Reihe neuer Technologien mit vielversprechendem Potential auf den Markt“, kündigt Uwe Speetzen, Vice President MAKINO Europe, an. Dazu gehört eine neue Generation der großen Horizontalbearbeitungszentren, die A4-A20. Dank einer verbesserten Maschinendynamik, einer leistungsstarken Spindel (120 kW) und einem modularen Aufbau mit einem X-Achsenverfahrweg von 4 bis 20 Metern eignen sich diese Maschinen optimal zur Fertigung hochqualitativer Aluminium-Strukturbauteile in der Luftfahrtindustrie. Darüber hinaus erreichen sie trotz ihrer Größe eine Achsenbeschleunigung von 0,8G.

Ein weiterer Newcomer ist die a61nx-5E. Sie ist speziell für Luftfahrtanwendungen sowie auch für den allgemeinen Maschinenbau konzipiert. Neben einer zusätzlichen fünften Achse für die leistungsstarke a61nx und einem neu eingeführten automatischen Palettenwechsler hat Makino die Zahl der Aufspannvorgänge an der neuen a61nx-5E verringert, um so die Produktivität zu steigern. Durch den serienmäßigen Einsatz eines ECO-Modus werden Stromeinsparungen von bis zu 30 % ermöglicht. Für die Maschine sind zwei Spindeln verfügbar: eine mit 24.000 min-1, 80 kW und einem Zeitspanvolumen von 5.000 cm3/Min. zur Aluminiumzerspanung, die andere mit 14.000 min-1 und 240 Nm ideal für die Titanbearbeitung.

Die neuen Vertikalbearbeitungszentren F8 und F9 gehören zu den wenigen Maschinen auf dem Markt mit einem Y-Verfahrweg von 800 mm und einem maximalen Werkstückgewicht von 2.500 kg. Ihre Genauigkeit zeigt sich darin, dass bei einer Bearbeitung von zwei Flächen mit zwei unterschiedlichen Werkzeugen der gemessene Absatz zwischen den Fräsbahnen bis auf 2 µm minimiert werden kann. Dank der Kombination aus gleichbleibend hoher Genauigkeit und thermischer Stabilität mit hohen Abtragsraten und ausgezeichneter Maschinendynamik eignen sich diese Maschinen optimal für Werkzeug- und Formenbauanwendungen und zur Hochpräzisionsteilefertigung.

Drahterodieren mit 0,4 µm Ra in nur drei Schnitten

Die Drahterodiermaschine U3 ist mit ihrer 0,4 µm/3-Schnitt-Technologie die einzige Maschine auf dem Markt, die eine Oberflächengüte von 0,4 µm Ra in nur drei Schnitten erzielt. Dadurch wird das Schneiden erheblich beschleunigt, die Betriebskosten aufgrund des geringeren Drahtverbrauchs gebremst. Einen zusätzlichen Schub in Sachen Produktivität erhält die U3 durch ihr fehlerfreies, automatisches Drahteinfädeln in Hochgeschwindigkeit sowie durch die einfache Bedienbarkeit und die leichte Wartung. Auch hier sind die Zielmärkte der Werkzeug- und Formenbau sowie die Präzisionsteilefertigung.

Effizientes Senkerodieren

Makino führt außerdem die Senkerodiermaschine EDBV3, für das Fertigen von Kühlbohrungen in Schaufeln und Leitblechen von Flugzeugtriebwerken, ein. Als Antwort auf die Forderung von Triebwerksherstellern nach einer effizienteren Fertigung von Kühlbohrungen, hat Makino eine Lösung entwickelt, die Bearbeitungszeiten drastisch reduziert und Betriebskosten senkt. Dies gelang durch die Kombination neuer Technologien, wie der Tauchbearbeitung im Wasserbad einerseits und der leichteren Programmierung in der Loch-für-Loch-Technologie andererseits. Die Einsparung an Bearbeitungszeit ist beeindruckend: Die EDBV3 bohrt Löcher sieben Mal schneller als die bisherige Erodiertechnologie. Neben der effizienteren Fertigung von Kühlbohrungen im Luftfahrtbereich ist Makinos EDBV3 auch im medizintechnischen Bereich gewinnbringend einsetzbar.

John Großpietsch

Autor: John Großpietsch

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