Kompaktes Strahlsystem mit innovativer Manipulatorzange

„Wir fertigen momentan etwa 25 unterschiedliche Varianten dieser Zylinderkurbelgehäuse. Unsere jüngste Entwicklung in diesem Bereich hat Abmessungen von zirka 3,5 x 1,0 x 1,10 (LxBxH) Metern und bringt rund fünf Tonnen auf die Waage. Für das Strahlen dieses Motorblocks ist unsere bestehende Strahlanlage zu klein. Darüber hinaus stellte sie auch immer einen Engpass in der Produktion dar. Daher war eine neue Strahlanlage erforderlich“, berichtet Frank Koch, Leiter der Produktion Handformguss bei Gienanth. Entschieden hat sich das Unternehmen für die kundenspezifisch entwickelte Motorblockstrahlanlage RMBS 1-842 der Rösler Oberflächentechnik GmbH.

Rösler Neuentwicklung fürs Strahlen von Motorblöcken
Die Motorblockstrahlanlage nutzt Gienanth für das Entsanden des größten Zylinderkurbelgehäuses und bei allen Motorblöcken für das Strahlen nach dem Putzen und zum Entzundern, beispielsweise nach Härteprozessen. Für ein optimales Strahlergebnis sorgen acht Hochleistungsturbinen EVO 38 mit 30 kW Antriebsleistung. Die Strahlmittelzufuhr lässt sich für jedes Zylinderkurbelgehäuse und jede Strahlaufgabe teilespezifisch anpassen: Wenn beispielsweise beim Entkernen zum Werkstückgewicht von fünf Tonnen noch etwa vier Tonnen Sand hinzukommen, beginnt der Strahlprozess mit zwei Turbinen, die anderen schalten sich je nach Strahlprogramm nach und nach automatisch zu. Dies sorgt dafür, dass der Sand „schichtweise“ abgetragen wird. Der integrierte Magnetseparator kann dadurch das anfallende Sand-/Strahlmittelgemisch in der erforderlichen Qualität – Restsandgehalt kleiner 0,20 Prozent – aufbereiten, ohne bei anderen Strahlaufgaben überdimensioniert zu sein.

Drehen und Pendeln während des Strahlprozesses
Herzstück der Anlage ist eine speziell entwickelte Manipulatorzange mit zwei Greifern. Sie ermöglicht die Bearbeitung eines großen oder zwei kleinerer Kurbelgehäuse. Die Zange greift die vom Beladewagen genau in der Strahlkammer positionierten Werkstücke und spannt sie fest ein. Sobald die Strahlkammer geschlossen ist, rotiert die Zange den Motorblock kontrolliert unter dem Strahl der Turbinen. Ein Pendeln des Werkstückes ist ebenfalls möglich und trägt insbesondere bei kleineren Motorblöcken zum optimalen Strahlergebnis bei. Nach der definierten Strahlzeit, schaltet die Strahlmittelzufuhr automatisch ab. Um Reststrahlmittel zu entfernen, dreht das Werkstück danach für zirka zehn Sekunden weiter. Die Taktzeiten liegen ja nach Programm zwischen 12 und 20 Minuten.

Autor: Rösler Oberflächentechnik GmbH

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