Im Vorfeld der EMO Hannover 2013 berichtet die Werkzeugmaschinenindustrie von sinkendem Auftragseingang.

Bild_VDW „Der Werkzeugmaschinennachfrage fehlt es nach wie vor an Schwung“, kommentiert Dr. Wilfried Schäfer, Geschäftsführer des Branchenverbands VDW (Verein Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken) in Frankfurt am Main, die Ergebnisse im ersten Quartal 2013. Die Erwartungen richten sich auf die Auslandsmärkte und im Besonderen auf die internationale Automobilindustrie, die mit strategischen Investitionen um Marktanteile kämpft, die Flugzeugindustrie und der Maschinenbau. Sie alle wollen 2013 überdurchschnittlich investieren. Gute Gelegenheit dafür bietet die EMO Hannover 2013, zu der sich die internationale Welt der Metallbearbeitung trifft. Sie präsentiert den internationalen Anwendern von Werkzeugmaschinen die aktuellen Innovationen in der Produktionstechnik. Damit bietet die EMO Hannover die beste Grundlage für Investitionsentscheidungen.

Weniger Auftragseingang und Bestellungen

Im ersten Quartal 2013 sank der Auftragseingang der deutschen Werkzeugmaschinenindustrie im Vergleich zum ersten Quartal 2012 um 19 Prozent. Die Inlandsbestellungen gingen um 21 Prozent zurück, die Auslandsbestellungen sanken um 18 Prozent. Vor allem bei mittelständischen Kunden im Inland sorgt der schwache Jahresauftakt für fühlbare Skepsis. Folglich blieb der Auftragseingang in der Zerspanung mit 26 Prozent unter dem Vorjahr. Dagegen hielten sich die Bestellungen, in der vor allem vom Projektgeschäft mit der Automobilindustrie lebenden Umformtechnik, wieder auf Vorjahreshöhe.

„Das zweite Halbjahr muss nun ein Gegengewicht setzen, damit der prognostizierte Produktionszuwachs von einem Prozent nicht gefährdet ist“, konstatiert Schäfer. Hier richten sich die Erwartungen erneut auf die asiatischen Wachstumsmärkte. Insbesondere in China, dem mit Abstand größten Markt der deutschen Werkzeugmaschinenindustrie, soll die Wirtschaft wieder schneller wachsen. Nordamerika, zuletzt außerordentliche Stütze für die Branche, bleibt auch im laufenden Jahr ein stabiler Markt und Russland sei aufgrund seines hohen Modernisierungsbedarfs in der heimischen Industrie ebenfalls weiterhin ein attraktiver Kunde.

Hintergrund

Die deutsche Werkzeugmaschinenindustrie gehört zu den fünf größten Fachzweigen im Maschinenbau. Sie liefert Produktionstechnologie für die Metallbearbeitung in alle Industriezweige und trägt maßgeblich zu Innovation und Produktivitätsfortschritt in der Industrie bei. Durch ihre absolute Schlüsselstellung für die industrielle Produktion ist ihre Entwicklung ein wichtiger Indikator für die wirtschaftliche Dynamik der gesamten Industrie. 2012 produzierte die Branche mit 70 900 Beschäftigten (Stand: Dezember 2012, Betriebe mit mehr als 20 Mitarbeitern) Maschinen und Dienstleistungen im Wert von rd. 14,2 Mrd. Euro. Das entsprach einem Zuwachs von 10 Prozent.

Autor: Redaktion

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